Zwei Schülerinnen berichten

Von Céline Labonté (Klasse 11.1) und Vanessa Dziarmaga (Klasse 12)

 

Am 27.01.2026 machten sich die Teilnehmer des Jugend-debattiert-Programms der IGS Rotenburg auf den Weg zum Regionalwettbewerb in Ottersberg. Im Folgenden berichten Vanessa Dziarmaga und Céline Labonté, die Debattantinnen: Als wir morgens am Bahnhof standen und in den Zug stiegen, waren wir noch nicht wirklich nervös. Die Anspannung war da, aber eigentlich hätten wir uns noch als relativ entspannt bezeichnet. Diese Entspannung verflog jedoch, als wir in Ottersberg ankamen und der Bus erst eine halbe Stunde später kommen sollte. Wir wussten nicht, ob wir rechtzeitig am Gymnasium Ottersberg ankommen würden, aber anstatt das zu hinterfragen, genossen wir beim Laufen die wirklich schöne Winterlandschaft, und tatsächlich kamen wir 20 Minuten später kalt und nass, aber pünktlich an und fanden auch ohne große Schwierigkeiten die Räume. Freundlich wurden wir begrüßt und naschten von der reich gefüllten Snackbar. Als wir unsere Plätze gefunden und noch ein paar Stühle „organisiert“ hatten, weil wir doch eine relativ große Gruppe waren, wurde es ernst. Die Themen der Debatten wurden verlesen. Die erste Frage lautete: „Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden?“ Wir hatten uns vorher schon auf die Fragen vorbereiten können, und trotzdem wurden wir jetzt langsam richtig nervös. Das Ganze wurde nicht besser, als wir erfuhren, dass wir unsere Positionen ziehen mussten. Nicht als Team, sondern gegeneinander zu debattieren, war in diesem Moment ein schrecklicher Gedanke. Doch nach dem Ziehen folgte die Erleichterung: Vanessa zog die Position Pro 1 und Céline die Position Pro 2. Wir würden also nicht getrennt werden. Während wir gemeinsam im Vorbereitungsraum saßen, verfolgten wir vollkommen unterschiedliche Taktiken, um unsere Nervosität unter Kontrolle zu bekommen. Die anderen Gruppen saßen ebenfalls im Raum und tuschelten leise vor sich hin. Vanessa las noch einmal alle Argumente und recherchierte in letzter Minute, während Céline versuchte, sich zu beruhigen. Keine der Techniken funktionierte wirklich, und als wir den Raum unserer Debatte betraten, waren wir noch nervöser als zuvor. Sowohl die Juroren als auch unsere Diskussionspartner waren schon im Raum. Wir unterhielten uns kurz mit den beiden und wurden dann aufgefordert, Namensschilder zu schreiben. Da nur unsere Lehrer und eine Mitschülerin in anderen Debatten aushelfen sollten, bekamen wir die seelische Unterstützung zweier Mitschüler, die aus den Zuschauerreihen zu uns herübersahen und uns aufmunternd anlächelten. Viel brachte es in dem Moment nicht, aber es war ein wirklich guter Versuch.

Dann ging alles total schnell. Einmal geblinzelt, und die Debatte begann. Nach einem holprigen Start kamen wir alle ins Rollen. Argumente und Beispiele wurden geliefert und wir konnten gemeinsam voller Elan debattieren. Für Belustigung sorgten die ständig herunterfallenden Namensschilder. Zusammenfassend war die Debatte einfach nur spannend und am Ende leider genauso schnell wieder vorbei, wie sie begonnen hatte. 15 Minuten warteten wir dann vor dem Raum auf die Ergebnisse. Würden wir das Finale erreichen? Zu Beginn der Bewertung gaben uns die Juroren persönliches Feedback dazu, was schon gut lief und worauf wir in künftigen Debatten noch mehr achten sollten. Und dann kam der Moment: Céline erreichte den zweiten Platz und hatte sich damit für das Finale qualifiziert. Jetzt war Zeit für eine Pause. Gemeinsam mit unserer Gruppe planten wir, was wir nach der finalen Debatte essen würden. Doch schon wieder ging alles ganz schnell, und die Debattanten für das Finale wurden aufgerufen, erneut ihre Positionen zu ziehen. Céline zog die Position Pro 1 - ihre Lieblingsposition. Pro 2 besetzte eine der beiden Schülerinnen, mit denen wir zuvor debattiert hatten. Das war eine kleine Erleichterung, schließlich kannten wir uns nun schon eine Debatte länger als die anderen. Die weitere Pause nutzten wir, um gemeinsam etwas herunterzukommen. Langsam verschwand das Adrenalin aus der ersten Debatte. Céline setzte sich auch kurz mit ihrer Debattenpartnerin zusammen, um Argumente und Maßnahmen auszutauschen. Als wir dann alle gemeinsam in die Aula gingen, um das Finale zu starten, wurde es wieder etwas ernster. Zuerst waren noch die Gewinner der Sek I dran und lieferten eine spannende Debatte, die wir uns alle gerne anhörten. Die Jury zog sich anschließend zurück, um zu beraten. Es wurde spekuliert, wer wohl gewonnen hatte, und Céline nutzte die Zeit, um noch an ihrer Eröffnungsrede zu feilen. Kaum waren die Juroren wieder da, ging es auch schon los, und die Debatte der Sek II begann. Als Zuschauer war es eine spannende Debatte, und natürlich hofften wir, dass Céline erfolgreich sein würde. Céline war währenddessen vollkommen in die Debatte vertieft. Die Frage lautete: „Sollen Lokalzeitungen eine staatliche Förderung erhalten?“ Für beide Seiten gab es gute Argumente. Es entstand eine respektvolle und schöne Debatte, die sowohl die Zuschauer als auch Céline genießen konnten. Als die Debatte vorbei war, zogen sich die Juroren erneut zurück, um sich zu beraten. Céline blieb vorne bei den anderen Finalisten und wurde gemeinsam mit diesen interviewt. Währenddessen wurde bei uns wieder spekuliert und gehofft. Am Ende reichte es leider nicht für ein Weiterkommen. Aber die Erfahrung war für uns alle lehrreich. Zum Abschluss gingen wir gemeinsam einen Döner essen. So wurde der Tag lecker abgeschlossen. Nach etwa 40 Minuten, die wir damit verbrachten, möglichst nicht zu erfrieren, stiegen wir schließlich in den warmen Zug und machten uns auf den Rückweg. In Rotenburg angekommen, trennten sich unsere Wege, aber in einem waren wir uns einig: Auch im nächsten Jahr wollen wir wieder dabei sein, ob als Debattant, Jurymitglied, Zeitwächter oder seelischer Beistand.

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